200. Todestag

200. Todestag: Gedenkfahrt nach München

13.05.2026

Am 13. Mai 2026 machte sich der Freundeskreis „Ritter von Spix Förderverein e. V.“ auf den Weg nach München, um des 200. Todestages unseres berühmtesten Höchstadter Naturforschers zu gedenken. Die von Vorsitzendem Herbert Fiederling organisierte Fahrt verband eindrucksvoll Erinnerungsarbeit, wissenschaftlichen Austausch und gemeinschaftliches Erleben.

Auftakt am Grab von Spix

Der Tag begann mit einer würdevollen Gedenkfeier am Münchner Friedhof. In ihren Ansprachen würdigten unter anderem Bürgermeister Alexander Schulz, Prof. em. Dr. Klaus Schönitzer sowie der stellvertretende brasilianische Generalkonsul Paulo Roberto da Costa Pacheco das Leben und Wirken von Johann Baptist Ritter von Spix.

Im Mittelpunkt stand dabei die außergewöhnliche Lebensleistung des Forschers: Seine Brasilienreise (1817–1820) legte den Grundstein für bedeutende wissenschaftliche Sammlungen in Bayern und brachte zahlreiche neue Erkenntnisse über Flora, Fauna und Kulturen Südamerikas.

Musikalisch begleitet wurde die Feier von einem Höchstadter Klarinettenquartett, das mit feierlichen Stücken den Rahmen der Veranstaltung unterstrich.

Auch kritische Aspekte der Geschichte fanden ihren Platz: So wurde an die beiden aus Brasilien mitgebrachten Kinder erinnert, die kurz nach ihrer Ankunft in München verstarben – ein bewegender Moment des Innehaltens.

Mit einer Kranzniederlegung wurde schließlich der Respekt gegenüber dem großen Wissenschaftler zum Ausdruck gebracht – verbunden mit der Erkenntnis, dass sein Wirken bis heute nachhallt.

In Erinnerung an das Leben des berühmtesten Höchstadter Bürgers hielten würdevolle Reden: Prof. em. Klaus Schönitzer, Bürgermeister Alexander Schulz, Vorstand Spix-Verein Herbert Fiederling, stellvertretender Generalkonsul Paulo Roberto da Costa Pacheco.

Begleitet wurden die Ansprachen von dem Höchstadter Klarinettenquartett mit Georg Rö-mer, Johannes Schwägerl, Rebekka Kolm, Tanja Schwägerl (Höchstadter Stadtkapelle).

Man gedachte auch der beiden eingeborenen Kinder, die Spix und Martius aus Brasilien in bester Absicht mitbrachten. Durch die Einflüsse des Münchner Klimas verstarben sie jedoch leider bald nach der Ankunft. Johannes aus dem Volk der Juri, Isabella aus dem Volk der Miranha. Bilder aus dem Atlas zum Reisebericht von Spix und Martius. Den Forschern waren die Kindernamen nicht bekannt. Deshalb verwendete man europäische Vornamen.

Einblick in die Zoologische Staatssammlung München

Nach einem gemeinsamen Mittagessen führte der Weg zur Zoologischen Staatssammlung München. Dort erhielten die Teilnehmer spannende Einblicke in eine der weltweit größten Forschungssammlungen mit rund 22 Millionen Objekten.

Fachkundige Führungen, unter anderem durch Diplom-Biologe Markus Unsöld, ermöglichten einen Blick hinter die Kulissen und in wertvolle Archivbestände.

Besonders beeindruckend war die Entwicklung der Sammlung: Von einst öffentlich ausgestellten Präparaten zur Wissensvermittlung hat sie sich zu einem hochmodernen Forschungszentrum entwickelt, das heute international vernetzt arbeitet.

Die Höchstadter Gäste wurden dabei äußerst herzlich empfangen – ein Zeichen der engen Verbundenheit zwischen der Einrichtung und dem Andenken an Spix.

Diplom Biologe Markus Unsöld zeigte unglaublich wertvolle Exponate seines Archivbereichs.

Die Spix-Medaille wird seit dem 200. Geburtstag (1981) von den Freuden der Zoologischen Staatssammlung verliehen. Ausgezeichnet werden Frauen und Männer, die eine besondere Verbundenheit mit der Sammlung gezeigt haben. 

Museum Mensch und Natur im Schloss Nymphenburg

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Museums Mensch und Natur im Schloss Nymphenburg. Bereits die eindrucksvolle Schlossanlage vermittelte einen besonderen Rahmen für die folgenden Programmpunkte.

Im großen Vortragssaal begrüßten Prof. Dr. Jörg Overmann sowie weitere Vertreter der naturwissenschaftlichen Sammlungen die Gäste.

Ein zentraler Programmpunkt war die Verleihung der Spix-Medaille, mit der seit 1981 Persönlichkeiten geehrt werden, die sich um das Verständnis der Natur verdient gemacht haben. 
Der diesjährige Preisträger, Dr. Ernst Habersbrunner, berichtete eindrucksvoll über sein Engagement.

Begleitende Vorträge und Gespräche – etwa von Dr. Wesche über Spix und Martius – boten zusätzliche wissenschaftliche Perspektiven und regten zum Austausch an.

Beim anschließenden Empfang klang der offizielle Teil des Tages in angenehmer Atmosphäre aus.

Der Hausherr begrüßte die Gäste aus dem Münchner Raum und Franken im großen Vorlesungssaal.

Höchstadts Bgm Alexander Schulz freute sich als frischgebackener Bürgermeister über die Einladung und schilderte die Höchstadter Spix-Aktivitäten (Museum und die Spix-Papageien-Figuren mit Erläuterungstafeln im Höchstadter Stadtbild). Anschließend verteilte er zusammen mit Herbert Fiederling Geschenke an die Gastgeber.

Prof. Dr. Jörg Overmann, seit 2025 neuer Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, begrüßte ebenfalls die Gäste aus ganz Bayern.

In zwei bemerkenswerten Büchern, die sich auf überraschend viele Quellen beziehen, versucht Dr. Wesche mit neuen Informationen die Persönlichkeiten der beiden weltbekannten Forscher darzustel-len. Sie sorgten beim anschließen-den Empfang für viel Gesprächs-stoff.
Erfreulich, dass er vor dem großen fränkischen Zuhörerkreis rheto-risch den Titel von „Zwei Bayern“ in „Zwei Franken“ korrigierte...

Gemeinschaft und besondere Eindrücke

Neben den fachlichen Inhalten blieb auch das Gemeinschaftserlebnis nicht zu kurz. Die Anreise selbst stellte den Busfahrer bei engen Münchner Zufahrten vor besondere Herausforderungen – die jedoch souverän gemeistert wurden.

Zahlreiche Begegnungen, Gespräche und auch humorvolle Momente prägten den Tag ebenso wie die festliche Stimmung.

Am Abend trat die Gruppe schließlich die Heimreise an. Gegen 22:58 Uhr erreichten alle Teilnehmer wieder wohlbehalten Höchstadt.

Fazit

Die Gedenkfahrt nach München war weit mehr als ein Ausflug: Sie verband Erinnerung, Wissenschaft und Gemeinschaft auf eindrucksvolle Weise.

200 Jahre nach seinem Tod bleibt Johann Baptist Ritter von Spix eine prägende Persönlichkeit – nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Identität unserer Stadt.

Ein herzlicher Dank gilt allen Organisatoren, insbesondere Herbert Fiederling, sowie den Gastgebern in München für diesen gelungenen und nachhaltigen Tag. Ebenso Klaus Strienz für die redaktionelle Begleitung der München-Fahrt. Seine komplette Zusammenstellung kann hier nachgelesen werden.

Ein äußerst beeindruckender Tag neigt sich mit Dank an Herbert Fiederling für die Organisation dem Ende entgegen. Ein nagelneuer Mercedes-Bus (450.000 Euro, Kohler-Reisen) brachte alle Teilnehmer sicher nach Höchstadt. Ankunft: 22.58 Uhr!

#spixmuseum

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